Seit
wann schreiben Sie Bücher? Ich
habe schon mit zwölf Jahren angefangen, Gedichte und kleine Geschichten
zu schreiben, die ich damals auch selbst mit Illustrationen versehen
habe. Mein erstes Kinderbuch ist 1956 erschienen, es war 'Der kleine
Wassermann'. Aus
welchem Grund schreiben Sie mit Vorliebe Kinderbücher? Weil
ich Kinder mag - und weil ich seit meiner eigenen Kinderzeit gern
Geschichten gehört und erzählt habe. Außerdem bin ich zu der Überzeugung
gekommen, dass Kinder das beste und wichtigste Publikum sind, das man
sich als Geschichtenerzähler nur wünschen kann. Schreiben
Sie auch für Erwachsene? Im
Grunde genommen schreibe ich jedes meiner Kinderbücher auch für
mindestens einen Erwachsenen mit, nämlich für mich selbst. Dann und
wann schreibe ich auch Aufsätze, die sich ausschließlich an erwachsene
Leser wenden. Schreiben
Sie gerade wieder an einem neuen Buch?
Eigentlich
arbeite ich ständig an einem neuen Buch. Worum es sich dabei handelt,
verrate ich allerdings immer erst dann, wenn es fertig ist. Ich bin nämlich
ein bisschen abergläubisch und halte mich an den Spruch, dass man über
ungelegte Eier nicht gackern soll. Wie
lange schreiben Sie an einem Buch? Das
kommt ganz auf das Buch an. Den 'Räuber Hotzenplotz' hatte ich in einem
guten Vierteljahr fertig, am 'Krabat' habe ich zehn volle Jahre
gearbeitet, allerdings mit Unterbrechungen. Welches
Ihrer Bücher gefällt Ihnen selbst am besten? Mit
meinen Büchern ergeht es mir wie einem Vater mit seinen Kindern. Ich
kann nicht sagen, welches mir das liebste von allen ist. Ganz besonders
hänge ich natürlich immer an dem Buch, das gerade "mein Jüngstes"
ist. Ist
Bücherschreiben sehr anstrengend? Manchmal
schon. Vor allem dann, wenn man an eine Stelle gerät, wo einem die
Arbeit nicht mehr recht von der Hand gehen will - und das passiert auch
mir ziemlich häufig. Welchen
Beruf haben Sie erlernt? Ich
bin bis 1970 Volksschullehrer gewesen. Schon damals habe ich nebenbei
Kinderbücher geschrieben. Jetzt bin ich nur noch Schriftsteller - das
bedeutet: Ich habe den schönsten Beruf der Welt, den es für mich gibt. Was
tun Sie in Ihrer Freizeit am liebsten? Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen ist Lesen. Im Sommer fahre ich gern an einen der nahen Seen zum Schwimmen, im Herbst zum Schwammerlsuchen. Wie
alt sind Sie eigentlich? Ich
wurde am 20. Oktober 1923 geboren - nun könnt Ihr Euch mein Alter auf
den Tag genau selber ausrechnen. Wie
groß ist Ihre Familie? Wir
haben drei erwachsene Töchter, die selbst schon verheiratet sind und
eigene Kinder haben. Was
wollten Sie werden, als Sie acht Jahre alt waren? Soweit
ich zurückdenken kann, stand es für mich fest, dass ich einmal
Schriftsteller oder Maler werden wollte, nach Möglichkeit beides. Und
wenn es damit nicht geklappt hätte, wäre ich gern Hochschullehrer in
Prag geworden. Was
haben Sie in Ihrer Kinderzeit besonders gern gespielt? Bei
schönem Wetter haben wir schrecklich gern Indianer gespielt. Und bei
schlechtem Wetter? Da haben wir uns mit den Nachbarskindern auf dem geräumigen
Dachboden meines Elternhauses damit vergnügt, Kasperltheater oder
Zirkus zu spielen. Was,
ganz allgemein gefragt, mögen Sie heute am liebsten? Meine
Familie, meine Arbeit und meine Freunde. Ein gutes Gespräch mit klugen
Leuten, ein interessantes Buch, das Beisammensein mit unseren
Enkelkindern - ja, und natürlich meine Arbeit, die Arbeit und das Vergnügen
des Geschichtenerzählens: das ist es, was ich am liebsten mag. Gibt
es etwas, was Sie nicht leiden können? Ich
habe es höchst ungern mit ungezogenen Leuten zu tun, die alles besser
wissen wollen und immer das große Wort führen. Außerdem ist mir
Rücksichtslosigkeit in jeder Form zuwider, sei es im Straßenverkehr,
sei es sonst wo im täglichen Leben. Haben
Sie einen Wahlspruch? Ich
lebe gern auf Gottes Welt, und ich arbeite gern. Deshalb lautet mein
Wahlspruch: "Dankbar für jeden Tag!" |
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