1980 bis 1989

Mit der Weihnachtsgeschichte 'Der Engel mit der Pudelmütze' 1985 und 'Herr Klingsor konnte ein bisschen zaubern' 1987 siedelt Otfried Preußler weitere Geschichten nun ganz bewusst in seiner böhmischen Kinderheimat an.

 

Auch seine Hutzelmanngeschichten 'Hörbe mit dem großen Hut' 1981 sowie 'Hörbe und sein Freund Zwottel' 1983 spielen in den Wäldern seiner Kindheit. Dort haben die Figuren für ihn erstmals Gestalt angenommen und sich so klar eingeprägt, dass er Jahrzehnte später diese Geschichten selbst illustriert.

Für die meisten seiner Kinderbücher schreibt Otfried Preußler auch die Bühnen- und Hörspielfassungen. Seit 1978 arbeitet Otfried Preußler mit dem Verlag für Kindertheater in Hamburg zusammen.

 

In diesen Jahren kommen mehrere seiner Figuren auch auf die Leinwand. Mit Gert Fröbe als Hotzenplotz und Josef Meinrad als Zwackelmann werden die Räubergeschichten verfilmt.

'Die kleine Hexe' und 'Das kleine Gespenst' werden als Trickfiguren zum Leben erweckt.

 

 

Preußler und seine goldenen Schallplatten, 1988

 

 

Der Schallplatten- und Tonkassettenbereich ist im stetigen Wachstum begriffen, schon bald erhält er die ersten goldenen Schallplatten.

 

Zum 60sten Geburtstag 1983 sind 'Die kleine Hexe', 'Der kleine Wassermann' und 'Das kleine Gespenst' bereits 2,5 Millionen mal in Deutschland verkauft und in 26 Sprachen übersetzt.

"Wer für Kinder schreibt, übt den Beruf des Schriftstellers unter erschwerten Bedingungen aus, und dies freiwillig. Die Regeln sind streng. Das geht von der Notwendigkeit, überschaubare Sätze zu bauen, bis hin zu den Besonderheiten des verfügbaren Vokabulars. Wer für Erwachsene schreibt, schreibt ausschließlich für Erwachsene. Wer für Kinder schreibt, schreibt automatisch für Erwachsene mit."

Der Autor beantwortet Leserpost, 2000

Einen beträchtlichen Teil seiner Zeit widmet Otfried Preußler dem ständig zunehmenden Briefwechsel mit Kindern aus aller Welt, wobei er die Pflege dieser Partnerschaft als einen nicht unwesentlichen Teil seiner Lebensaufgabe betrachtet. Über 10.000 Kinderbriefe und selbstgefertigte Basteleien befinden sich inzwischen in seinem Archiv. Die Briefe kommen aus aller Welt in den Rübezahlweg, von Brasilien bis Japan, von Kanada bis Südafrika.

Als Erklärung, warum seine Märchengestalten kleine Leser so kulturübergreifend faszinieren, hat Otfried Preußler eine eigene Theorie:      

"Alle Kinder haben eine magische Phase, in der sie sich sehr ähnlich sind, ganz egal, wo sie leben. Menschenkinder, wohl bemerkt... Kleine, noch bildsame menschliche Wesen in der Startphase ihres Lebens. Neugierig auf die Welt. Voller Optimismus und Zutrauen in das Leben, das vor ihnen liegt. Noch sind sie im Vollbesitz jener magischen Kräfte der Phantasie, der zauberischen Durchdringung der Welt und ihrer Geheimnisse, wie sie der Menschheit auf einer frühen, vermutlich glücklicheren Stufe ihrer Entwicklung verfügbar gewesen sind, vor dem Sündenfall in den Rationalismus."

Auch Texte für Bilderbücher schreibt Otfried Preußler, die durch Kürze und Prägnanz gekennzeichnet sind und die die Illustrationen in den Mittelpunkt stellen.

Den größten Bekanntheitsgrad erreicht die von Herbert Lentz 1972 illustrierte 'Die dumme Augustine'. Diese lustig freche Clownfamilien-Geschichte um die Gleichberechtigung der Geschlechter wird nicht nur zum erfolgreichen Bühnenstück, sondern 1993 verfilmt und mit dem Bayerischen Kinderfilmpreis ausgezeichnet.

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