1942 bis 1954

Seine Kindheit und Jugend in einer literarisch und künstlerisch aufgeschlossenen Familie motivieren ihn schon früh, Gedichte zu schreiben sowie Zeitungsartikel und Geschichten zu veröffentlichen. Wie die meisten Angehörigen seines Jahrgangs wird Otfried Preußler 1942 nach seinem Abitur an der Rudolfschule in Reichenberg von der Schulbank weg eingezogen.
Zwar übersteht er den Einsatz an der Ostfront, gerät aber 1944 als 21jähriger Leutnant in sowjetische
Kriegsgefangenschaft. Die nächsten fünf Jahre seines Lebens verbringt er in verschiedenen russischen Lagern in der tatarischen Republik.

Fähnrich Preußler, 1942
Hochzeit, 1949

 

 

 

 

Nach der Entlassung aus der Gefangenschaft im Juni 1949 findet er mit viel Glück im oberbayerischen Rosenheim seine vertriebenen Angehörigen und seine Braut aus Reichenberg, Annelies Kind, wieder. Noch im selben Jahr feiern sie Hochzeit.

Das kirchliche Aufgebot lautet: "Der Spätheimkehrer Otfried Preußler und das Flüchtlingsmädchen Annelies Kind".

Schnappschuss, 1950

Es ist nicht leicht, im Alter von 26 Jahren als Spätheimkehrer aus dem Nichts zu beginnen. Herkunft, Neigung und praktische Erwägungen veranlassen ihn, den Lehrerberuf zu ergreifen.

 

Um seine Familie während der pädagogischen Ausbildung ernähren zu können, arbeitet er nebenbei als radelnder Lokalreporter und beginnt Geschichten für den Kinderfunk zu schreiben. Nach dem Studium wird er Volksschullehrer und bleibt bis 1970 im Schuldienst.

 

 

 

"Was ich von meinen Schulkindern, was ich von Kindern überhaupt lernen konnte, soweit es Geschichten für Kinder betrifft, das glaube ich während meiner Lehrerjahre gelernt zu haben. Es sind Jahre gewesen, in denen auch ich – und zwar unter anderem als Geschichtenerzähler – zur Schule gegangen bin." (1954)
 

Familie Preußler, Weihnachten 1958

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit seiner Familie lebt er am Rübezahlweg in der Nähe von Rosenheim. 1951 kommt die Tochter Renate, 1953 Tochter Regine und 1958 Tochter Susanne zur Welt.

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